Fahrradanhänger

Vorsicht beim Fahrradanhänger-Kauf: Diese Schadstoffe lauern in den Materialien

Fahrradanhänger bieten viele Vorteile für Eltern und ihre kleinen Mitfahrer. Sie sind praktisch, komfortabel und werden allgemein als sicherere Alternative zu Fahrradsitzen eingestuft. Doch vor dem Kauf sollten Sie auf eines nicht vergessen: eine korrekte Schadstoffüberprüfung! Denn gewisse Stoffe in den Materialien von Fahrradanhängern können der Gesundheit Ihres Kindes schaden. Informieren Sie sich hier über Schadstoffquellen und andere Gefahrenzonen.

Gefährliche Schadstoffe in Fahrradanhängern

Kinderfahrradanhänger Schadstoffe

Bei gewissen Marken wurden Schadstoffe gefunden!

Wenn Sie sich einen Fahrradanhänger zulegen, überprüfen Sie als Elternteil in der Regel vorher wichtige Sicherheitsdetails und Qualitätssiegel. Sie sehen sich vielleicht auch Belastbarkeitstests an und sorgen für das richtige Equipment, wie einen 5-Punkte-Gurt. Doch wahrscheinlich kommen Sie eher nicht auf die Idee, in den Materialien selbst nach Gefahrenpotenzial Ausschau zu halten. Doch das kann zum Fehler werden.

Es gibt nämlich tatsächlich Details im Fahrradanhänger, an denen sich schädliche Stoffe verstecken können: Seitenwände, Sichtfenster, Schiebegriffe, Regenschutz, Gurt und natürlich in den Polstern. Es handelt sich dabei meist um Weichmacher (Phthalate) oder auch PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Die verursachen nicht nur Krebs, sondern können auch das Erbgut verändern, sowie die Fortpflanzung negativ beeinflussen. Beispiele dafür wären DIDP (Diisodecylphthalat) und DINP (Diisononylphthalat). Diese schädigen nachweislich Leber und Nieren. Auch der Farbstoffbestandteil Anilin ist gefährlich, der ebenfalls mit Krebs in Verbindung gebracht wird.

Fahrradanhänger im Schadstoff-Test

Im Jahr 2010 wurden mehrere Fahrradanhänger umfangreich getestet, und zwar auch auf Schadstoffe. Die ADAC & Stiftung Warentest führten diese Überprüfungen durch – und waren mit den Ergebnissen alles andere als zufrieden. Unter anderem erreichten Hersteller wie Kid’s Touring und Kindercar nur wenig überzeugende Ergebnisse.

Sie enthielten erschreckend viel Weichmacher, DIDP und DINP! Auch der Anbieter Monz enttäuschte mit einem hohen Anteil an Anilin. Als Reaktion darauf verpflichteten sich die Marken dazu, sich um eine deutlich bessere Schadstoffvermeidung zu bemühen. Inzwischen haben sich in diesem Bereich teilweise auch wirklich Veränderungen in der Produktionsweise und strengere Kriterien entwickelt.

Geheimtipp: Mehr Infos dazu und gute Sicherheitstipps für Fahrradanhänger finden Sie beispielsweise auf Zweiradkraft.com! Eltern finden hier unabhängige Hilfe aus erster Hand.

Die Schadstoff-Testsieger

Doch es gab nicht nur schlechte Resultate unter den getesteten Produkten – die Marken Thule, Zwei plus zwei und Burley schnitten mit der Note „Gut“ gar nicht mal so schlecht ab. Strahlende Nummer Eins ist allerdings der „Chariot Chinook“ – er kann mit der geringsten Schadstoffbelastung prahlen. Eine „gute“ Bilanz zieht außerdem der „Cougar 2“ aus dem Hause Chariot (heute Thule).

Mit einem knappen „Befriedigend“ (2,6) folgen der Burley D’Lite und der Burley Solo, der als leichtester Anhänger punktet. Es gibt also durchaus Modelle, wo kein übermäßiger Grund zur Sorge besteht. Dennoch sollten Sie die Augen offen halten.

Kritik an den Beurteilungskriterien

Bei einem Testmodell wurde allerdings einige Kritik laut: der „Croozer Kid 2“ erreichte bei der Schadstoffprüfung nur eine „mangelhafte“ Bewertung von 4,8. Anders als gewöhnlich wurde hier aber nicht der sogenannte Ökotex Standard 100 zu Rate gezogen. Dieser orientiert sich an den Kriterien für Baby- und Kinderkleidung.

Stattdessen wurde hier ein Vergleich mit oralen Gegenständen wie Schnullern oder Beißringen herangezogen, die deutlich strengere Beurteilungen erfordern. Ob diese Bezugnahme deshalb wirklich Sinn macht, ist anzuzweifeln. Der Hersteller hat jedenfalls darauf reagiert und ist seit 2012 mit dem TOXPROOF-Siegel ausgezeichnet.

Die Materialien in Kinderfahrradanhängern können Schadstoffe enthalten, die gesundheitliche Schäden verursachen können. Vor allem deshalb, weil Babys Gegenstände gerne in den Mund nehmen. Um Ihren Nachwuchs davor zu schützen, sollten Sie nur Modelle erwerben, die umfangreiche Testverfahren bestanden haben. Vielleicht ist Ihnen unser Ratgeber dabei eine kleine Hilfe!